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Nimm Dir doch a bisserl Zeit
und lies die Legende von Knecht Ruprecht!
Ursprünglich war der bärtige
und vermummte der Begleiter vom heiligen Nikolaus.
Als Ruprecht, Knecht Nikolaus, Nickel, Klaubauf, Pelznickel,
Pelzmäntel, Hans Muff, Hans Trab im Elsaß,
oder Krampus in Österreich,
zog er mit pelzbesetzter Kleidung,
einer Rute und einem Sack voller Geschenke
über der Schulter von Tür zu Tür.
Im 19. und 20. Jh. war Knecht Ruprecht
eine Schreckgestalt mit geschwärztem Gesicht.
Man drohte den Kindern,
dass er die unartigen Kinder verprügeln würde.
Im 19. Jh. war es Brauch,
dass Knecht Ruprecht gemeinsam
mit dem Heiligen Nikolaus am 6. Dezember
durch die schneebedeckte Landschaft
zog und als Schreckgestalt den unartigen Kindern Prügel androhte.
Dieser Brauch wurde im 20. Jh. geändert,
Knecht Ruprecht wurde zu einem selbstständigen Gabenbringer,
der die Kinder am Nikolaustag besuchte.
Knecht Ruprecht hatte seinen Ursprung
in einem Priester im kleinen Örtchen Cölbigk bei Bernburg.
Es war der Heilige Abend des Jahres 1021,
der Gottesdienst zur Christmesse hatte gerade begonnen,
plötzlich kamen 15 junge Männer aus dem Ort
und störten durch lautes Singen und Tanzen den Gottesdienst,
daraufhin mußte der Gottesdienst abgebrochen werden.
Der Priester Ruprecht trat vor die Kirche,
um die Störenden zu ermahnen. Er nutze aber nichts.
Also fluchte er,
dass die Strafe Gottes sie
für ihr sündenhaftes Verhalten treffen solle.
Durch eine Pilzverunreinigung wurden
die Männer tatsächlich schwer krank
und einige von ihnen starben.
Dieses deutete man natürlich
als einen Fluch des Priesters Ruprecht.
Man konnte sich das Geschehene damals kaum erklären.
Als der Priester dann gestorben war,
geisterte dieser Aberglaube
der Menschen immer zur Weihnachtszeit umher.
Besonders aber den Kindern wurde erzählt,
daß dieser Knecht Ruprecht
die Kinder Weihnachten bestrafen werde,
wenn sie nicht brav wären.
In den Niederlanden wird Sinterklaas
von den Zwarten Pieten (Schwarze Peter) unterstützt.
Hier ein berühmtes Gedicht vom Knecht Ruprecht
Von drauss vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht durch den finstern Tann,
Da riefs mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wos eitel gute Kinder hat.
- Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.
- Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauss vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ichs hier innen find!
Sinds gute Kind, sinds böse Kind?
Theodor Storm (1817-1888)
Knecht Ruprecht
Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stippstapp, stippstapp und huckepack -
Knecht Ruprecht ist’s mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sacke drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin’
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss’ fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
klopft er auf die Hosen.
Nikolausgedicht von Martin Boelitz, 1874 bis 1918
(aus dem Internet)
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