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und Weihnachtsgedichte lesen !

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

Der Stern
Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.
Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Weihnachtsbäumlein
Das Weihnachtsbäumlein
Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warnn verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm -
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.
Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Weihnachtszeit
O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Die Nacht vor dem heiligen Abend
Die Nacht vor dem heiligen Abend
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.
Und während sie schlafen und träumen
wird es am Himmel klar
und durch den Himmel fliegen
drei Englein wunderbar.
Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der heilige Christ.
Es ist so fromm und freundlich
wie keins auf Erden ist.
Und während es über die Dächer
still durch den Himmel fliegt
Schaut es in jedes Bettlein
Wo nur ein Kindlein liegt
und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind,
denn solche liebt von Herzen
das himmlische Kind.
Heut schlafen noch die Kinder
und sehen es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen sie
um den Weihnachtsbaum.
Robert Reinick (1805-1852),

Die Verfasser der folgenden Gedichte
und Sprüche sind mir leider unbekannt.
Weihnachtssprüche
Zeit für Liebe und Gefühl,
heute bleibt es nur draußen richtig kühl.
Kerzenschein und Apfelduft,
ja, es liegt Weihnachten in der Luft.
Weihnacht: Nächte heller Kerzen
und der Kinderseligkeit!
Und so wünsche ich von ganzem Herzen
eine strahlend-schöne, besinnliche Zeit!
Ich wünsch mir ein Geschenk
an das ich immer denk.
Doch es gibt ja Dich,
das ist schon genug für micht

Sitze einsam unterm Weihnachtsbaum,
träume einen schönen Traum.
Wäre doch so gern bei Dir,
schade, jetzt sitz ich alleine hier.
Der Baum strahlt hell mit seinen Lichtern,
Freude schaut aus den Gesichtern.
Nehme gleich Deine warme Hand,
entführe Dich in unser Abenteuerland.
Stille, nichts als Ruhe in dieser Nacht,
als wäre Weihnachten nur für uns gemacht.
Engel hüten unser kleines Glück,
wir lieben uns weiter, Stück für Stück.

Kein Geschenk ist so wichtig wie Du,
nichts gefunden, ich geb es ja zu.
Würde ich wählen zwischen Gold und Dir,
sage ich nur: Du gehörst zu mir.
...oder alternativ :
Nichts ist kostbarer als Du für mich,
darum nicht nur für heute: ich liebe Dich.
Schöne Lieder und manch warmes Wort,
Tiefe Sehnsucht und ein ruhiger Ort.
Gedanken, die voll Liebe klingen,
Weihnachten möcht ich nur mit Dir verbringen.
Ich wünsche schöne Weihnachtstage,
das ist doch klar und ohne Frage.
Bei Tannenduft und Kerzenschein,
möge alles friedlich und fröhlich sein!

.Fichten, Lametta, Kugeln und Lichter,
Bratäpfelduft und frohe Gesichter,
Freude am Schenken - das Herz wird so weit.
Ich wünsch allen: Eine fröhliche Weihnachtszeit!
Das Fest der Hoffnung und des Lichtes
Es rückt nun näher Tag für Tag
Geborgenheit und Glück verspricht es
Vertrauen, was auch kommen mag
Legt ab die Hast, besinnt euch wieder
Was dieses Fest im Ursprung war
Es strahlte einst ein Stern hernieder
Er leuchtet seitdem immerdar

Er will uns wärmen, Hoffnung geben
Und säen frohe Zuversicht
In jedes Erdenmenschen Leben
Vergessen wir die Botschaft nicht
Vor lauter Jagd nach den Geschenken
In Unrast und Geschäftigkeit
Vor lauter kurzem Alltagsdenken
Vor lauter Lärm und Heftigkeit
Vor lauter Glanz und lauter Flimmer
Und herrlichem Geschenkpapier
Vor heimeligen Kerzenschimmer
Vor lauter Fernsehspaß beim Bier

Gedenket jener hier auf Erden
Die auf der Schattenseite sind
Der Alten, Schwachen, Ausgezehrten
Der Mutter mit dem kranken Kind
Auch jener, die mit Hass geschlagen
In Rache die Erfüllung sehn
Und die in Wahnsinnstaten wagen
Sich an der Menschheit zu vergehn
Lasst dieses Fest vor allen Dingen
Ein Fest euch der Besinnung sein
Und Frieden in die Herzen bringen
Und mit ihm Kraft, um zu verzeihen

Wann fängt Weihnachten an?
Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn der Leise laut wird, wenn das Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht,
und Du zögerst nicht, sondern Du gehst,
so wie Du bist, darauf zu,
dann, ja dann,
fängt Weihnachten an.
( unbekannt )

Das Christkind
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise,ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Ãpfeln und Nüssen!
Anna Ritter (1865-1921)

Das Weihnachtsgeschenk
Jedes Jahr da lob ich mir,
dieses Jahr nicht mehr mit dir.
Kaufen, nur was nötig ist,
keine Geschenke, auch wenn wer böse ist.
Und dann, ich weiß nicht warum,
bin ich wieder mal so dumm.
Wie mit seltsamer Magie,
verfalle ich der Kaufmanie.
Dinge, die ich gar nicht brauche,
sind mir richtig nachgelaufen.
Hab nach Hause sie geschleppt
und dann in Papier gesteckt.
Schleife drum und Glitzersterne,
ach ich hab euch ja so gerne.
Hab mit Liebe euch bedacht,
habt ihr auch was mitgebracht?
Wirklich Nein, das musste nicht sein,
ein Armreif echt aus Elfenbein?
Aber Kinder, im nächsten Jahr bitte dran denken:
wir wollen uns nichts schenken,
wir wollen uns nichts schenken!
( C )unbekannt

Der Weihnachtsbaum
Es war Liebe auf den ersten Blick.
Ich sah dich an, du sahst zurück.
Ein wunderschöner Wintertraum.
Du lieber, grüner Tannenbaum.
Du lässt die Wunder auferstehen,
wenn Kinderaugen dich ansehn.
Dein Zauberglanz der Kerzenlichter
verklärt, beseligt die Gesichter.
In mir wird die Erinnerung wach
an manchen schönen Wintertag.
Als Christkind steckte an die Kerzen.
Dann wurde es warm in unsren Herzen.
Ich spüre deinen Harzgeruch.
Und draußen deckt dich Wintertuch.
Der kühle, weiße Schnee.
( C ) unbekannt

Weihnachtsfriede
Frieden bringt das Christuskind
den Menschen die auf Erden sind.
Weihnachtszeit in dieser Welt
der Glaube uns zusammenhält
Frieden bringt die heilige Nacht,
Schneeflocken fallen leis und sacht,
alles hat ein weißes Kleid,
besinnlich ist die Weihnachtszeit.
Wir das Wunder neu erleben
das der Herr uns hat gegeben,
reichen allen unsere Hand
Frieden nur im Gottes Land.
( c ) unbekannt

Mein Christkind will ich haben
Ich will mein Christkind wieder haben
mein Engelchen aus Kindertagen.
Den Traum, es kommt vom Himmel hoch -
die Neugierde - durchs Schlüsselloch.
Ich will den Glauben wieder haben,
es käme zu mir mit seinen Gaben
in weißem Kleid und Engelshaar -
und einem herrlich Flügelpaar.
Ich will das Glöckchen wieder hören -
das ruft – nun lasset euch bescheren.
Die Freude spüren – Kinderglück -
wie gern denk ich daran zurück.
Ich will den Kindheitstraum bewahren -
er macht mich froh in reifen Jahren.
Zufriedenheit und stilles Glück,
bringen das Christkind dann zurück.
) C ) unbekannt

Ein Wunsch :
Ich wünsche mir in diesem Jahr
mal Weihnacht, wie es früher war.
Kein Rennen zur Bescherung hin.
Kein Schenken ohne Sinn.
Ich wünsch mir keine teure Sache,
aus der ich mir doch gar nichts mache.
Ich möchte nur ein winzig kleines Stück
vom verlornen Weihnachtszauber zurück.
Dazu frostklirrend eine Heilge Nacht,
die frischer Schnee winterlich macht.
Und leuchtender als sonst die Sterne:
So hätt ichs zur Bescherung gerne.
Wohl auch das Läuten ungezählter Glocken,
die Mitternacht zur Mette locken.
Voll Freude ausgefüllt die Herzen,
Kinderglück im Schein der Kerzen.
Könnt diese Nacht geweiht doch sein!
Nicht überladen mit Wohlstand - eher klein!
Dann hörte man wohl unter allem Klingen
vielleicht mal wieder Engel singen.
Ach, ich wünsche mir in diesem Jahr
Weihnacht, wie sie als Kind mir war.
Es war einmal, so lang ists gar nicht her,
für uns so wenig so viel mehr...
( C ) unbekannt

In der Christnacht
Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen -
der Markt lässt seine Wunder sehn:
Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen;
das Kind blieb traumverloren stehn.
Aufseufzt die Brust, die leidgepresste,
die Wimpern sinken tränenschwer.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste -
ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine
der Gaben köstliches Gemisch,
und eine reichgeputzte Kleine,
streicht gähnend um den Weihnachtstisch.
Das Schönste hat sie längst, das Beste,
ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste -
ich weiß kein Leid, das tiefer wär.
Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden,
wer des Erbarmens Preis verdient -
ich spräch: Das ärmste von euch beiden,
bist du, du armes reiches Kind!
Ottokar Kernstock, österreichischer Dichter

Vorweihnachtstrubel
Grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterglanz in allen Herzen,
Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
Zimt und Sterne in der Luft.
Garten trägt sein Winterkleid,
wer hat noch für Kinder Zeit?
Leute packen, basteln, laufen,
grübeln, suchen, rennen, laufen,
kochen, backen, braten, waschen,
rätseln, wispern, flüstern, naschen,
schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
was sie auch von Dir erwarten.
Doch wozu denn hetzen, eilen?
Viel schöner ist es zu verweilen
und vor allem dran zu denken,
sich ein Päckchen Zeit zu schenken.
Und vor allem lasst noch etwas Raum,
für das Christkind unterm Baum.
( C ) unbekannt

Dieses Jahr
Wenn dieses Jahr er leuchtet,
der Stern am Himmelszelt,
sind viele Menschen traurig
auf der ganzen Welt -
auch dieses Jahr wird’s Weihnacht,
doch nicht in jedem Herz,
es gab zu viele Tränen,
unermesslich ist der Schmerz.
Was muß alles geschehen,
dass Menschen menschlich werden
und endlich, endlich Friede
wird bei uns auf Erden.
Wir bräuchten uns nichts schenken,
doch an eines ganz allein,
sollten alle Völker denken:
dem andern gut zu sein!
Der Weihnachtsfriede geht
von jener Krippe aus,
er möge dich erreichen,
wo du auch bist zu Haus.
Du mögest ihn auch finden,
ob arm du bist, ob reich,
wenn’s mancher auch nicht glaubt,
wir sind doch alle gleich.
Zu dem Kind in jenem Stall
sollten wir uns all’ gesellen,
denn es braucht jeden Menschen,
um die Leiden abzustellen.
Dies schafft es nicht allein,
auch nicht als Gottes Sohn,
ein jeder ist gefordert,
zu verlassen seinen Thron,
auf dem er sitzt und glaubt,
er ändere die Welt -
es kann nie Friede werden,
wenn es sich so verhält.
Wir wollen sie anzünden,
die Hoffnung in den Herzen,
wir wollen daran glauben,
dass sie entflammt, wie Kerzen
auf den ungezählten Bäumen,
die wir Menschen aufgestellt -
lasst uns bitten um den Frieden
für uns und für die Welt.
( C ) unbekannt

Wiegenlied
Hier unterm Turme
hier wehet kein Wind,
hier betet die Mutter
und wieget ihr Kind,
und hat von der Wiege
zur Krippe ein Band
von Glaube und Hoffnung
und Liebe gespannt.
Weit über die Meere
die Sehnsucht sie spinnt,
dort sitzet Maria
und wieget ihr Kind,
die Engel, die Hirten,
drei König und Stern
und Öchslein und Eslein
erkennen den Herrn.
Wohl über dem Monde
und Wolken und Wind
mit Zepter und Krone
steht Jungfrau und Kind.
Hier unten wards Kindlein
am Kreuz ausgespannt,
dort oben wiegts Himmel
und Erd auf der Hand.
Komm mit, lass uns fliegen
zu Maria geschwind,
kommt mit! und lern biegen
dein Knie vor dem Kind,
komm mit! schnür dein Bündelein,
schon führet die Hand
Maria dem Kindlein,
es segnet das Land.
Clemens von Brentano (1778 - 1842)
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